Das Sächsische Ministerium für Kultus hat Leitlinien für die öffentlich verantwortete Bildung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr veröffentlicht.

Das hier vorgestellte Konzept erfüllt diese Leitlinien und bietet erstmalig ein umfassendes Konzept für deren Umsetzung.

 

 Gleichwohl ist auf dem Weg vom Konzept zur Realisierung noch manche Einzelfrage ausführlich zu diskutieren.

 

"Statt unseren Kindern zu helfen, Neugier, Kreativität, Originalität, Orientierung und Teamgeist für eine immer komplexere Welt zu erwerben, dressieren wir sie zu langweiligen Anpassern.

Demgegenüber stehen die Erkenntnisse der modernen Entwicklungspsychologie, der Lerntheorie und der Hirnforschung, die an unseren Schulen bis heute kaum berücksichtigt werden. Denn nur was mit Neugier gelernt wird, wird unseren Kindern wichtig und bedeutsam. Und nur was ihnen bedeutsam ist, weckt ihre Kreativität und spornt die Leistungsbereitschaft an.

Unsere Schulen müssen völlig anders werden als bisher. Wir brauchen anders ausgebildete Lehrer, ein anderes Lernen und ein anderes Zusammenleben in der Schule. Mit einem Wort: Wir brauchen keine weitere Bildungsreform, wir brauchen eine Bildungsrevolution!"

 

 

 Prof. Gerald Hüther, Neurobiologe, Jahrgang 1951, sagt:

Was dieBuch-Cover Kinder für die Bewältigung der Zukunft "mehr als alles andere brauchen - Zuversicht und Kreativität, Mut und Eigensinn, Selbstverantwortung und Gemeinsinn -, wird ihnen im Lehrbetrieb, im Kampf um die besten Zensuren und im schulischen Zusammenleben systematisch ausgetrieben."

"Alle um die Zukunft unserer nachwachsenden Generation besorgten Bürger müssen sich gemeinsam auf den Weg machen." (S. 174f)

 

Cover-Bild"Haken krümmt man beizeiten" - Schultagebuch eines Vaters

"18.1.75: Die Schule ist in vielem widernatürlich. Sie zwingt zu Verhaltensweisen, die dem Alter der Kinder oft völlig widersprechen. Zum Stillsitzen wenn man sich bewegen möchte. Zum Stillsein wenn man sich artikulieren möchte. Zum Antworten wenn man fragen möchte. Zum passiven Zuhören wenn man aktiv sein möchte. Zur Nachahmung wenn man schöpferisch sein möchte. Statt des Geistes wird Gehorsam trainiert. Statt des Körpers das Sitzfleisch.

Und die Schule geht auch immer noch die falschen Wege. Die den eigenen Zielen oft geradezu widersprechen:

  • Durch unselbständige Arbeit will Schule zur Selbständigkeit erziehen.
  • Durch Konkurrenzkampf zu sozialem Verhalten.
  • Durch ungerechte Behandlung zur Chancengleichheit.
  • Durch Gewöhnung an Unfreiheit zur Freiheit.
  • Durch Rivalität zu mitmenschlichem Verhalten." (S. 198)

 

Cover-Bild

"Der Baum der Erkenntnis" verdeutlicht in hervorragender Weise die ganzheitliche Sicht auf das Kind, die das schwedische Bildungswesen kennzeichnet. Hier werden die gesamtschwedischen Lehrpläne für Vorschule und obligatorische Schule zusammengefügt, so dass man in ihm die Entwicklung und das Lernen des Kindes vom ersten bis zum 16. Lebensjahr verfolgen kann.

Dieser Lehrplan hat die Form eines Baumes: Die Wurzeln des Baumes beschreiben die Entwicklung des Kindes aus fünf verschiedenen Perspektiven: sozial, gefühlsmäßig, intellektuell, motorisch und sprachlich. In der Krone findet man sämtliche Ziele. In der ersten Zweigschicht stehen Ziele, die Kinder nach 5 Jahren und in der zweiten Zweigschicht, die sie nach 9 Jahren Schule erreicht haben sollen. LINK

 

Produkt-Informationvon Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt, vertrieben von der Bundeszentrale für politische Bildung

"Wenn aber der gleiche Lehrer alle gleichaltrigen Schüler im gleichen Tempo mit dem gleichen Material im gleichen Raum und den gleichen Methoden und dem gleichen Ziel unterrichtet, sind Langeweile bei den einen und Überforderung bei den anderen die unvermeidbare Folge." (S. 36)

 "Das bestehende System bremst die natürliche menschliche Wissbegierde aus: durch zu wenig Aktivität, zu wenig Feedback und zu wenig Anwendungsbezug." (S.80)

 

Produkt-Information"Wer nicht jeden Tag ein wenig Zeit für seine Gesundheit aufbringt, der muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern."

"Es muß also beim Unterrichte vor allem ins Auge gefaßt werden, dass die Kinder gern lernen, dass es aber nicht zu lange Zeit dauern darf, und dass man sie nicht zu lange mit ein und demselben Gegenstande beschäftigen muss." (So sollt ihr leben!, 1889, S. 109)

"Lasst das Natürliche so natürlich wie möglich. Die Zubereitung der Speisen soll einfach und ungekünstelt sein. Je näher sie dem Zustande kommen, in welchem sie von der Natur geboten werden, desto gesünder sind sie. ... Freilich ist die vegetarische Kost im Großen und Ganzen wohlfeiler als die Fleischkost.“ (Öffentliche Vorträge, 1895, S. 159)

 

"Kinder brauchen vielfältige herausfordernde, wagnisbesetzte, offene und selbstbestimmte Bewegungshandlungen.

Sie wollen klettern, steigen, balancieren, springen, schwingen, schaukeln und vieles mehr."

"Fast die Hälfte aller 11- bis 14-Jährigen zeigt Haltungsauffälligkeiten."

"Der Organismus ist für dauerhaftes Stillsitzen nicht geschaffen. Längere Zeit still zu sitzen bedeutet, einen körperlichen und geistigen Abbau in Kauf zu nehmen."

Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung und Aktion Gesunder Rücken e.V.

 

Produkt-InformationHerausgegeben von den Montag Stiftungen Jugend und Gesellschaft und Urbane Räume.

"In den kommenden Jahren müssen unzählige Schulen und andere Bildungsorte an die Ansprüche einer Zeitgemäßen Pädagogik, der Inklusion und der Öffnung zur Stadtgemeinschaft angepasst werden." (S. 6)

 

Folgenden 10 Thesen werden entfaltet (S. 26):

THESE 1
Lernen benötigt viele und unterschiedliche Perspektiven, Zugänge und Ergebnisse.

THESE 2
Gelernt wird allein, zu zweit, in der Kleingruppe, mit dem ganzen Jahrgang, jahrgangsübergreifend und auch im Klassenverband.

THESE 3
Ganztagsschule heißt Lernen, Bewegen, Spielen, Toben, Verweilen, Reden, Essen und vieles mehr - in einem gesunden Rhythmus.

THESE 4
Schulbuch und Kreidetafel werden ergänzt durch Tablet-PC, Smartboard und andere Neue Medien.

THESE 5
Förderung in einer inklusiven Schule geschieht in heterogenen Gruppen.

THESE 6
Kulturelles und ästhetisches Lernen muss durch Pädagogik und Architektur vermittelt werden.

THESE 7
Lernen in Gesundheit und Bewegung findet in anregender und weiträumiger Umgebung statt.

THESE 8
Demokratisches Lernen benötigt eine demokratische Schule.

THESE 9
Schule ist im Umgang mit Umwelt und Technik ein Vorbild.

THESE 10
Die Schule öffnet sich zur Stadt - die Stadt öffnet sich zur Schule.

 

Dr. Manfred Lütz, Theologe, Psychiater, Kabarettist
im Leitartikel vom Reformationstag 2017

Ich habe meinen beiden Töchtern am Ende der Pubertät viel Glück gewünscht, aber ausdrücklich keinen Erfolg: Denn Erfolg ist nicht wichtig im Leben. Man muss auch in der Schule keine guten Noten schreiben. Das ist nicht wichtig. Man soll vielmehr die Fähigkeiten, die der liebe Gott einem gegeben hat, fleißig einsetzen. Und ob man damit nachher Erfolg hat, das hängt von so vielen Zufällen ab, das ist nicht wirklich wichtig im Leben.