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In einer Kommune mit 5.000 Einwohnern wird zur Zeit in Sachsen im Durchschnitt in jeder Woche 1 Kind geboren. (In einer 10.000-Seelen-Gemeinde wie Bannewitz könnte also höchstens jedes zweite Kind den Lernort für Anna besuchen. In Dresden könnte es nur jedes hundertste Kind sein.)

Schematisch sieht es so aus:

In der Woche, in der das Kind 3 Jahre alt wird, kommt es in eine der Gruppen 3/4/5. In derselben Woche wird ein anderes Kind dieser Gruppen 6 Jahre und wechselt in die Gruppe 6/7/8. Von dort wechselt am selben Tag jemand in die Gruppe 9/10/11. Und einer, der 12 Jahre wird, verlässt die Phase der Grundausbildung und wechselt in die Phase der Spezialausbildung.

Das Leben verläuft natürlich nicht so schematisch.

Das dritte Lebensjahr ist auch nur ein Anhaltspunkt. Manche beginnen die Gruppe 3/4/5 vielleicht erst mit dreieinhalb Jahren. Drei Freunde beginnen in derselben Woche, einer erst 2;10, einer 3;0 und einer 3;5. In welcher Woche genau, das hängt auch ein wenig davon ab, ob „Plätze frei werden“, also ob die Ältesten der Gruppe in die 6/7/8 wechseln wollen/können/müssen. Da wollen vielleicht auch gerade zwei Freunde gemeinsam wechseln. Dort hängt es auch schon mehr mit der Entwicklung der Persönlichkeit zusammen. Für den einen ist 5 Jahre der gute Zeitpunkt zum Wechsel, für einen anderen kann es 7 Jahre sein. Und auch hier kann ein begrenzender Faktor sein, dass kein Platz in der Gruppe 6/7/8 ist.

Denn der Stand bei den 8jährigen ist noch unterschiedlicher als mit 3 oder mit 6 Jahren. Wenn alle „länger brauchen“, dann klemmt es im Gefüge, wenn alle schneller sind, bleiben Plätze leer und es müssen Quereinsteiger gefunden werden. Es wechselt und wechselt, und mit der Zeit werden die Kinder (und ihre Eltern) schon selbst die Spielräume erkennend „ihren Wechsel planen“. Dabei haben natürlich die Lernbegleiter das letzte Wort, und die Wirtschaftlichkeit nur das vorletzte.

Und die 18jährigen werden gelernt haben, dass es günstig ist, die letzten Kurse im August abzuschließen, damit sie im Oktober ihr Studium beginnen können. Ggf. müssen sie im Mai externe Abitur-Prüfungen ablegen, aber ob sie es mit 16 oder 19 Jahren machen, das ist am Anfang ganz offen.

Es sollte erkennbar sein, dass jedenfalls nicht alle Kinder zugleich an einem Tag im Jahr um eine Klasse nach oben wechseln, egal ob ihr Geburtstag im Januar oder im Oktober ist.

Es kann sein, dass man nun die Wechsel nicht jede Woche zulässt, sondern jeweils einige Wochen zusammenfasst. Diesen Wechsel von 4-8 Kindern kann man dann auch gebührend feiern, zum Beispiel am Ende einer 6wöchigen Arbeitsphase oder während der zweiwöchigen Ferien-Phase. Zusätzlich kann es Schnupper-Tage geben, so dass auch solch eine Regelung nicht starr ist. Denn immerhin gibt es stets mehrere Optionen beim Wechseln. (Es gibt 3 Gruppen in 6/7/8.)

Die Wechsel können schön sein („ich bin schon in der großen Gruppe“), aber sie können auch schwer sein („eben noch war ich der Älteste, jetzt bin ich der Jüngste“). Ich verlasse Freunde, aber ich treffe auch neue, die vor einem Jahr schon mal bei mir waren. Und Patenschaften dürfen ja auch gruppenübergreifend sein. In den Kursen (im Pferdestall, in der Autowerkstatt, beim Schlagzeug) treffen sich Gleichgesinnte eh immer mal wieder.