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Digitale Medien werden im Campus für folgende Zwecke eingesetzt:

  • Sicherheit
  • Interne Kommunikation
  • Dokumentation
  • Gelegentliche Lernhilfe

Das heißt im Umkehrschluss:

  • Private Kommunikation nach außerhalb ist nur in bestimmten Zeitfenstern und nur für bestimmte Altersgruppen gestattet. (Wenn Eltern ihren Kindern eine Nachricht zukommen lassen wollen, geht das nur über das Sekretariat und diese Dienstleistung ist möglicherweise kostenpflichtig.)
  • Die Regeln werden klar kommuniziert. Verstöße werden streng gehandhabt.
  • Wenn in Ferienwochen Kinder mit Eltern unterwegs sind, gelten ggf. gesonderte Regeln.

Der Nachtrag war erforderlich, weil das Konzept von 2015 dazu keine ausführlichen Angaben gemacht hatte.

 

In der zukünftigen Welt wird der Freiheit ein größerer Stellenwert beigemessen werden als der Sicherheit. In der Welt von 2015, in der dieser Lernort entwickelt wurde, muss jedoch zum Beispiel der Freiheit, dass auch jüngere Kinder selbständig Lernräume wechseln können, ein entsprechendes Sicherheitskonzept zugeordnet werden.

Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man sich mittels eines Chips im Armband in einem Raum ab- und im nächsten anmeldet und die verantwortlichen Erwachsenen davon zeitgleich (auf ihrem "Tablet") informiert werden. (Das schliesst nicht aus, dass man sich zusätzlich persönlich ab- und anmeldet.)

Die größte Sicherheit geht aber nicht von diesem Trecking aus, sondern dadurch, dass jeder Teilnehmer in der Spezialausbildung (und selbstverständlich jeder Lernbegleiter) JEDEN in der Grundausbildung mit Namen und Gesicht kennt - denn jeder, der neu anfängt, wird in der wöchentlichen Vollversammlung auf der Bühne im Theater vorgestellt. Jedem älteren Schüler ist bewusst, dass er für das Wohlergehen der Jüngeren Sorge zu tragen hat. Ein Stromausfall führt demnach nicht zu mehr Chaos, sondern zu noch mehr Aufmerksamkeit.

(Möglicherweise kennen auch die zahlreich vorhandenen Hunde "ihre Schäfchen" und finden sie schneller als jeder Computer.)

Im Sekretariat kann man jedenfalls zu jedem beliebigen Zeitpunkt sagen, wer sich gerade wo befindet.

Mindestens alle 4 Monate finden Katastrophen-Übungen statt. Ersthelfer-Kurse finden regelmäßig statt. Es gibt eine Freiwillige Jugend-Feuerwehr. Jüngere lernen im Laufe der ersten Wochen jeden Winkel des Campus kennen. Zum Umgang mit fremden Personen im Campus existieren klare Regeln.

 

"Tablet" steht als Platzhalter für das technische Gerät, das die interne Kommunikation auf dem Campus ermöglicht

  • Hier können alle Kursangebote eingesehen werden. Mit all den Infos, die nötig sind: Zielgruppe, Vorwissen, Teilnehmerzahl usw. Man kann sich einschreiben, austragen oder auf die Warteliste setzen. Wahrscheinlich sieht man auch, wer sich schon eingetragen hat.
  • Man kann in Verbindung treten mit allen Lernbegleitern, Schülern und anderen Personen, die auf dem Campus arbeiten. Man kann Termine vereinbaren, Sprachnachrichten austauschen usw.
  • Man kann sich über die Tagesordnung der nächsten Vollversammlungen informieren.
  • Man kann seinen eigenen "Stundenplan" abrufen. Wofür habe ich mich morgen angemeldet? Was habe ich letzte Woche gemacht (=was ist über mich gespeichert)?
  • Wo hält sich gerade wer auf? (Konfigurierbar.)
  • Was gibt es heute in der Mensa? Was läuft im Theater? Wann fährt der nächste Bus? Liegt die neueste Zeitschrift in der Bibliothek? Ist gerade ein bestimmtes Musikinstrument frei? Halten sich gerade ungarisch sprechende Personen im Campus auf? Sind im Hostel noch Plätze frei? Ist der Zahnarzt noch anwesend? All das und viel mehr könnte abrufbar sein.
  • Hier gibt es einen privaten Marktplatz: Jemand tauscht/ verschenkt einen Lego-Baukasten, ein Buch, ein Kleidungsstück, eine Eintrittskarte usw.
  • Hier sind Hilfe-Rufe möglich: Wer würde heute Nachmittag bei meinem Film-Projekt zum Thema Gewalt als Statist mitwirken? Wer würde mir bis nächste Woche ein Osterhasen-Kostüm nähen?

Die digitale Technik wird bewusst als Dienstleistungs-Instrument verwendet. Es ist kein Spielzeug. Es muss nicht ständig am Mann sein. Es ist möglicherweise nur in Pausen-Zeiten verfügbar. Man darf auch analog agieren.

 

Jedenfalls in der Welt von 2015, in der es passieren kann, dass Eltern die Schulleitung verklagen, weil ihr Sprößling das Einser-Abitur nicht geschafft hat, erscheint es wichtig, dass gerichtsfest dokumentiert wird, welche Angebote die Kinder nutzen konnten und welche sie genutzt haben. Sowohl das Kind als auch die Lernbegleiter dürfen für jeden Tag zusätzliche Notizen hinzufügen.

  • Eine Woche lang dürfen das Kind oder die Eltern Einsicht nehmen.
  • Ein Jahr lang dürfen die Lernbegleiter Einsicht nehmen.
  • Drei Jahre lang darf die Campus-Leitung Einsicht nehmen.
  • Einsicht in frühere Einträge wird nur bei Rechtsstreitigkeiten ermöglicht.

Ein ausgeklügeltes System zum Datenschtz wird vorsehen, dass sich nur die letzten 13 Monate auf Servern im Campus befinden. Frühere Monate werden auf externen Geräten außerhalb des Campus verwahrt und auch nicht alle am selben Ort.

 

Aus der Sicht von 2015 wäre der Computer als Lernhilfe nicht grundsätzlich abzulehnen. Es wäre streng nach Alter zu differenzieren.

Iinsgesamt könnte aber diskutiert werden, ob der Computer in der Phase der Grundausbildung verboten ist - so wie es mit dem Genuß von Alkohol unter 14 Jahren auch der Fall ist (unabhängig davon, ob im Einzelfall eine Ausnahme unschädlich oder förderlich sein könnte).